Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD / FI)

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Anwendung

Wo müssen RCD verwendet werden?

Anwendung Beschreibung RCD
Steckdosen
  • Alle freizügigen verwendbaren Steckdosen <= 32A

Wann darf auch ein RCD bei Steckdosen verzichtet werden? (Ausnahmen)

  • Industrielle-und gewerbliche Steckdosen für ortsfeste Verbraucher, nicht freizügig oder nur für Fachpersonal zugänglich (RZ, USV, usw.)
  • Steckdosen mit besonderem Steckerbild 7/ 9/ 11h (Kaltsteckdosen).
  • Abschliessbare oder nur mit Werkzeug zugängliche Steckdosen.
  • Abschaltbare Steckdosen z.Bsp. Steckdose mit der Maschine schaltend.
30mA
Beleuchtungsanlage im Freien
  • Hinweistafeln, Verkehrszeichen, Telefonkabinen, Busstationen (Gilt nicht für Strassen-, Platz- und Zufahrtsbeleuchtungen)
  • Tragbare Geräte im Freien
30mA
Ausstellungsstände für Leuchten 30mA
Räume mit Badewanne oder Duschen
  • Alle Stromkreise (ohne Schutztrennung, SELV und PELV)
  • Steckdosen (bei Umbauten Sidos Steckdosen zulässig)
  • Decken- und Fussbodenheitzungen
30mA
Sauna
  • alle Installationen (ohne Sauna-Heizung)
30mA
Schwimmbäder und Springbrunnen
  • Bereich 1 Steckdosen (Ausnahme)
  • Bereich 2
  • Leuchten Schutzklasse I
  • Springbrunnen, Teichpumpen
30mA
Feuergefährliche Räume
  • Endstromkreise ohne Steckdosen <= 32A
300mA
Landwirtschaft und Gartenbau
  • Gesamte Installation
300mA
Landwirtschaft und Gartenbau
  • Alle Steckdosen
30mA
Ex Zonen
  • Zone 1 und 2 alle Steckdosen <= 32A
  • Zonen 20/ 21/ 22 alle Steckdosen <=32A
30mA
Ex Zonen
  • Wärmekabel und Heizeinrichtungen
30mA bis 100mA
Ex Zonen
  • Zonen 20/ 21/ 22 Installationen (empfohlen)
300mA
Baustellen
  • Handgeführte fest angeschlossene Geräte
30mA
Baustellen
  • Steckdosen >32A empfohlen gemäss VDE
500mA
Provisorische und temporäre Anlagen
  • Lichtinstallationen
  • Ortsveränderliche fest angeschlossene Verbraucher <= 32A
30mA
Transportable Notstromanlagen und Fahrzeuge 30mA
Ausstellungen, Messen
  • Zuleitungen RCDS
300mA
Ausstellungen, Messen
  • Alle Endstromkreise <= 32A
30mA
Jahrmärkte, Zirkus, Vergnügungsparks, Fahrgeschäfte, Veranstaltungstechnik
  • Zuleitungen RCDS (vom Hersteller eingebate 500mA RCD sind zugelassen)
300mA
Jahrmärkte, Zirkus, Vergnügungsparks, Fahrgeschäfte, Veranstaltungstechnik
  • Alle Endstromkreise für Licht
  • Steckdosen und ortsveränderliche Betriebsmittel <= 32A
30mA
Versuchs- und Prüffelder (EN 50191)
  • Versuche mit galvanischer Netzverbindung
30mA
Versuchs- und Prüffelder (EN 50191)
  • Versuche mit galvanischer Netzverbindung
30mA
Campingplätze, Bootsplätze
  • Steckdosen (pro Steckdose ein RCD)
30mA
Fussboden-, Flächenheizungen, Wärmekabel
  • Im Freien, feucht oder nass
  • Ohne leitende Abschirmung
30mA
Medizinische Räume
  • Gr.1 und 2 med. Geräte (nicht am IT Netz angeschlossen)
  • Steckdosen >= 16A
  • Gr.1 und 2 med. Geräte
  • Steckdosen <= 32A Gruppe 1
30mA
Photovoltaikanlagen
  • Wechselrichter ohne galvanische Trennung (AC/DC)
  • Zuleitung zum Wechselrichter durch feuergefährliche Räume
30mA Typ B
Elektr. Anlagen auf Fahrzeugen / transport. Baueinheiten 30mA

Gleichzeitigkeitsfaktor

Summe Abgänge x Gleichzeitigkeitsfaktor = RCD Grösse

Gleichzeitigkeitsfaktor Abgänge
Faktor 0.8 2 bis 3 Abgänge
Faktor 0.7 4 bis 5 Abgänge
Faktor 0.6 6 bis 9 Abgänge
Faktor 0.5 über 10 Abgänge

Typen nach Art des Fehlerstroms

Typ AC (grundsätzlich nie verwenden!)

erfassen nur rein sinusförmige Fehlerströme. Bei Fehlerströmen, welchen ein Gleichstrom zufolge einer Gleichrichtung überlagert ist, kommt es aufgrund der magnetischen Sättigung im Kern des Stromwandlers zu keiner Auslösung. Diese Typen werden daher kaum eingesetzt und sind nach VDE 0100-530 in Deutschland nicht als Fehlerstrom-Schutzeinrichtung zugelassen.

Typ A

umfassen die handelsüblichen, pulsstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Dieser Typ erfasst sowohl rein sinusförmige Wechselströme als auch pulsierende Gleichfehlerströme. Die zusätzliche Empfindlichkeit wird durch spezielle Magnetwerkstoffe für die eingesetzten Ringbandkerne und Resonanzschaltungen zur Beeinflussung des Frequenzgangs erreicht. Pulsstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen arbeiten netzspannungsunabhängig.

Typ F

sind mischfrequenzsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Sie erfassen alle Fehlerstromarten wie Typ A. Darüber hinaus sind sie zur Erfassung von Fehlerströmen, die aus einem Frequenzgemisch von Frequenzen bis 1 kHz bestehen, geeignet. Damit werden auch die möglichen Fehlerstromformen auf der Ausgangsseite von einphasig angeschlossenen Frequenzumrichtern (z. B. in Waschmaschinen, Pumpen) beherrscht. Glatte Gleichfehlerströme bis 10 mA beeinflussen die Auslöseeigenschaften nicht unzulässig. Typ F FI-Schutzeinrichtungen besitzen zusätzlich eine kurzzeitverzögerte Auslösung und erhöhte Stoßstromfestigkeit. Sie sind geeignet für elektronische Betriebsmittel mit Eingangsstromkreisen.

Typ B

sind allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzschalter, welche neben Wechselfehlströmen auch glatte Gleichfehlströme erfassen können. Diese Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen enthalten einen zweiten Summenstromwandler und eine Elektronikeinheit. Die Überwachung auf Gleichfehlerströme erfordert eine Stromversorgung und ist somit netzspannungsabhängig. Der wechsel- bzw. pulsstromsensitive Schalterteil ist davon unabhängig und arbeitet wie bei Typ A netzspannungsunabhängig.
Der Einsatz von Typ B ist insbesondere bei Wechselrichtern und Frequenzumrichtern, welche im Bereich des Zwischenkreises mit Gleichrichtern arbeiten, wesentlich. Herkömmliche RCD vom Typ A würden bei einem Erdschluss hinter der Gleichrichterbrücke durch den dann vorhandenen Gleichfehlerstrom vormagnetisiert und funktionsunfähig. (VDE 0160; EN 50178 Kap 5.2.11.)